Gefährliche Schwimmtiere – SKD Frankfurt warnt vor schlechten Erfahrungen mit aufblasbarem Wasserspielzeug

Jetzt sieht man sie wieder: Seltsame Seeungeheuer treiben auf dem Wasser und jedes Jahr werden es mehr. Aufblasbare Krokodile, Enten und Delfine gehören zum sommerlichen Badevergnügen einfach dazu. Je größer und bunter,  umso mehr Spaß haben die Kinder. Ein Spaß, der allerdings auch richtig gefährlich werden kann.

Luftmatratze war gestern. Wer heute seinen Kids das ultimative Badevergnügen bieten will, muss mindestens eine Schwimmente aufblasen. Besser noch einen Eisbär oder einen Wal in abenteuerlichen Ausmaßen. Da wird jeder Badetag zum unvergesslichen Erlebnis. Und wenn man sieht, wie kleine und größere Kinder quietschend vor Freude mit den Plastiktieren herumplantschen, wird man auf diesen Wasser-Zoo kaum noch verzichten wollen. Doch die Erfahrungen der SKD Frankfurt zeigen, dass viele Eltern nicht auf die Qualität der Schwimmtiere, sondern nur auf den Preis achten. Doch Billigprodukte entsprechen häufig nicht den EU-Sicherheitsnormen. Monika Fauser, Geschäftsführerin der SKD GmbH : „Der TÜV hat 88 Produkte geprüft. Davon fielen 43 Artikel durch. Da hört der Spaß auf.“

Scharfe Kanten, die ein hohes Verletzungsrisiko bergen und lockere Ventile, die verschluckt werden können, sind durchaus keine Seltenheit. Experten raten, darauf zu achten, dass sich die Ventile ganz eindrücken lassen. Rückschlagklappen verhindern, dass die Luft beim versehentlichen Öffnen zu schnell entweicht.

Bedenkliche Stoffe

Besorgt zeigt sich Fauser vor allem angesichts der umstrittenen Weichmacher, die im Wasserspielzeug gefunden wurden: „Von den geprüften Produkten waren 29 Artikel mit giftigen Chemikalien versehen, die über dem zulässigen Grenzwert lagen. Gefahren für die Gesundheit sind da vorprogrammiert.“

Weichmacher werden bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet, um diese bruchfest und geschmeidig zu machen. Dabei sind es vor allem die Phthalate, die als besonders bedenklich gelten. Sie dünsten aus, werden vom Menschen eingeatmet, dringen durch die Haut und schädigen den Körper langfristig. Krebs sowie hormonelle Störungen bis hin zur Unfruchtbarkeit können die Folge sein. Untersuchungen des Umweltbundesamtes lassen darauf schließen, dass schon jetzt jedes Kind Rückstände von Weichmachern im Urin hat.

Sicherheit durch Prüfsiegel

Das heißt jedoch nicht, dass man auf den sommerlichen Spaßfaktor mit Ente & Co verzichten muss. Monika Fauser, der die Zukunft der Kinder sehr am Herzen liegt, empfiehlt, Schwimmtiere nur im Fachhandel zu kaufen und nicht in einer dubiosen Bude am Strand. „Trägt ein Spielzeug das Siegel „phthalatfrei“, dann ist man auf der sicheren Seite.“

Auf alle Fälle sollten Eltern das Spielzeug vor dem ersten Einsatz auf einwandfreie Verarbeitung hin untersuchen. Am besten geht das, wenn man die Schwimmtiere aufbläst und einen Tag möglichst an der frischen Luft liegen lässt. Dann verfliegt auch der unangenehme Geruch von Farbe und Lösungsmitteln.

Unbeaufsichtigt sollten die Kleinen allerdings nie mit den Schwimmtieren baden. Denn die luftgefüllten Wasser-Gesellen vermitteln den Kindern ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Doch wenn sie abrutschen und ins Wasser fallen, könnte dies für Nichtschwimmer fatale Folgen haben.